Reisebericht - eine kleine Rundreise durch den Süd-Osten von Europa in Zeiten von Corona / Covid-19

Reisezeit: von 05.07.2020 bis 26.07.2020

Reisedauer: 3 Wochen

Reiseroute: Slowenien, Kroatien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina und Albanien

Reiseart: Rundreise mit Auto

Persönliche Eindrücke zu Corona in Slowenien: In Slowenien gelten strenge Maßnahmen zu Corona. Eine Maskenpflicht beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln. In der Gastronomie trägt die Bedienung immer und die ganze Zeit Mundschutz. Da im Sommer oftmals im Freien bedient wird, müssen die Gäste dort keinen Mundschutz tragen. Bei touristischen Aktionen in Gruppe gilt eine Maskenpflicht, so zum Beispiel bei Besuch von Höhlen. Die Regeln sind etwa die gleichen wie in Deutschland. Die aktuellen Zahlen zu Corona sind niedrig.

Persönliche Eindrücke zu Corona in Kroatien: Nach der Einreise in Kroatien war ich zuerst überrascht, weil nur wenige Personen in der Stadt Karlovac einen Mundschutz tragen. In den Küstenregionen an der Adria ist es etwas strenger. Dort achten zahlreiche Geschäfte auf Einhaltung der Maskenpflicht, so auch mein Unternehmen Müller-Drogeriemarkt. In Museen wurden wir aufgefordert einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, obwohl keine anderen Besucher vorhanden waren. Überall stehen Desinfektionsmittel herum. Aber trotzdem habe ich den Eindruck, dass die ganzen Maßnahmen legerer umgesetzt werden. Die aktuellen Zahlen zu Corona sind nicht gut, besonders in der Hauptstadt Zagreb. Trotzdem haben wir uns sicher gefühlt.

Persönliche Eindrücke zu Corona in Montenegro: Aktuell ist Montenegro mit Serbien und Bosnien-Herzegowina ein Hotspot bei neuen Coronafällen und besonders in der Hauptstadt Podgorica sind zahlreiche neue Fälle bekannt geworden. Bei der Einreise gab es keinerlei Probleme und auch bei der Weiterreise nach Bosnien soll es keine Probleme geben, wie eine Quarantäne oder Grenzschließung. Die Menschen in Montenegro tragen oftmals eine Maske oder haben sie sichtbar dabei, so dass jederzeit eine aufgezogen werden kann. Bei jedem Geschäft, Kirche und Cafe muss eine Maske getragen werden oder man wird sogar aufgefordert eine zu tragen. Die Vermieter von Unterkünften tragen beim Empfang der Gäste eine Maske. Das ist für uns kein Problem und wir machen dabei mit. Überall steht Desinfektionsmittel was wir reichlich nutzen. Auch in unserem Auto haben wir genügend Desinfektionsmittel, damit wir jederzeit uns die Hände desinfizieren können. Man merkt sehr deutlich, dass Montenegro nicht in der EU ist und von der aktuellen Reisefreiheit innerhalb der EU profitieren kann. Es sind nur sehr wenige Touristen im Land unterwegs. Ich bin der Meinung, dass unter diesen Bedingungen Reisen trotzdem möglich ist und Freude machen kann.
Persönliche Eindrücke zu Corona in Albanien: In Albanien waren die Maßnahmen zur Eindämmung von Corona eher lasch. Kaum einer trägt einen Mund-Nasen-Schutz (nur in Bussen war es scheinbar Pflicht) und auch sonst waren Kontakte nicht eingeschränkt. Ich habe gesehen wie sich Menschen innig begrüßt und umarmt haben. Ein gemeinsames Essen mit Freunden ohne jeglicher Schutzmaßnahme ließ mich kopfschüttelnd zurück. Im ersten Hotel hörten wir, dass die Albaner aktuell nicht das eigene Land verlassen dürfen. In Albanien hieß es für uns: Selbst aufpassen und alle Hygienemaßnahmen strikt einhalten. Wir mieden die Hauptstadt Tirana und auf dem Land ist die Bevölkerung eher dünn besiedelt. Somit hielt sich der Kontakt mit den Einheimischen stark in Grenzen.
Persönliche Eindrücke zu Corona in Bosnien-Herzegowina: Hierzu kann ich leider nichts schreiben. Die Einreise war ab dem 16.Juli 2020 nur noch mit einem negativen Coronatest möglich. Deswegen konnten wir nicht Einreisen, was wohl hinterher auch besser war. Selbst ein Transit durch Bosnien-Herzegowina wurde uns verwehrt.

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Tag 1 [ ^ ]

Der erste Tag meiner Balkanrundreise bestand erst einmal aus Autofahren. Um 8 Uhr startete ich in Ulm und es ging an München vorbei und weiter in Richtung Salzburg auf die Tauernautobahn mit gleichnamigen Tunnel bis Villach. Dort nahm ich den steilen Wurzenpass und danach war ich schon in Slowenien. Gegen 15 Uhr spazierte ich schon durch den Wintersportort Kranjska Gora. Hier finden im Winter Weltcuprennen in der Abfahrt statt und im Nachbarort Planica steht die Skiflugschanze. Um von hier in das Soca-Tal zu gelangen muss man den Vrsic-Pass nehmen. Eine kurvenreiche und steile Straße, aber mit schönen Aussichten. Gleich zu Beginn steht eine kleine russische Holzkirche, wo schon Putin zu Besuch war. Die Pass-Straße wurde von russischen Kriegsgefangenen im 1.Weltkrieg erbaut. Auf der Passhöhe befand sich die frühere Grenze zu Italien und hier war die verlustreiche Socafront. Immer wieder kann man in Museen und Bunkern das Kriegsgeschehen des 1.Weltkrieges nachverfolgen. Als nächste besuchte ich die Quelle der Soca, welche sich in einer Felsspalte als Karstquelle entpuppte. Drumherum sieht man tolle Berge und man kann hier überall gut wandern. Vor dem Sonnenuntergang fuhr ich noch schnell zu der Festung Kluze. Sie versperrt an einer schmalen Stelle strategisch günstig gelegen das Tal. Eine Vorgängerbug aus Holz verwehrte schon den Türken den weiteren Vormarsch nach Europa. Den Abend verbrachte ich dem größeren Ort Bovec

Bildergalerie von Kranjska Gora, Vrsic-Pass und der Soca-Quelle

Tag 2 [ ^ ]

Ich übernachtete in der Nähe des Ortes Bovec. In Slowenien ist Wildcampen (Übernachten im Auto jeglicher Art) verboten und wird mit 40€ Strafe geahndet. Das heißt zumindest sich gut verstecken, damit die Polizei einem nicht sieht. So geschehen in der ersten Nacht in Slowenien. Danach ging es zum Frühstück in den Ort Bovec mit einer kurzen Besichtigung. Der Ort ist ein Hotspot für Rafting und allerlei anderen Outdoorsportarten. Aber billig ist der Spaß nicht - für eine Raftingtour wollen die 60€ haben. Auch sonst ist Slowenien ziemlich teuer. Überall kostet es Eintritt, Gebühren und das alles nicht zu wenig. Die nächste Station durch das Tal der Soca war der Wasserfall Boka. Der folgende Ort Kobarid war für mich nichts besonderes. Eine normale Kirche, Museum und auf einem Berg stand eine Kirche, welche auch als Grabstätte vieler gefallener italienischer Soldaten vom 1. Weltkrieg dient. Unten am Fluss Soca kann man die Napoleon-Brücke bestaunen, welche seine Soldaten erbaut haben sollen. Danach erhoffte ich mir ein tolles Erlebnis in der Tolminer Klamm. Der Eintritt von 8€ erweckte etwas Besonderes, aber es rauschte nur ein wilder Bach durch ein enges Tal. Alles ganz nett anzusehen, aber nicht die so tolle Attraktion. Und zum Abschluss lockte noch ein UNESCO-Weltkulturerbe - die alte Bergarbeiterstadt Idrija. Die schöne Burg oberhalb versprach schon mal Spannung, aber die Stadt selber und die angeblichen Attraktionen entpuppten sich als altbacken im wahrsten Sinne. Hier gibt es alte Bergwerke zu besichtigen, wobei ich um 18 Uhr keine Chance mehr dazu hatte. Und von Außen sah alles halb verfallen und nicht sehr schön aus. Überhaupt lockt mich mein Reiseführer zu Orten, wo ich etwas verwundert Fotomotive suche.

Bildergalerie von Bovec, Kobarid, die Tolminer Klamm und Idrija

Tag 3 [ ^ ]

Die ersten beiden Tage habe ich mich mit Natur, Berge und eher zweitrangigen Attraktionen beschäftigt. Heute mussten ein paar Höhepunkte jeder Slowenienreise her. Alle drei Höhepunkte besuchte ich schon bei meiner ersten Slowenien-Reise im Jahr 2005. Ein Wiedersehen nach 15 Jahren ist immer wieder toll. Am Morgen besuchte ich das mittelalterliche Städtchen Stanjel auf einem Hügel gelegen. Der Rundgang durch den kleinen Ort geht schnell und umfasst das Schloss, die alte Kirche, ein altes Karsthaus und einen kleinen schön angelegten Garten. Danach fuhr ich zu einem besonderen Schloss - ein Höhlenschloss. Das Höhlenschloss Predjamski grad wurde teilweise in eine Höhle rein gebaut. Diesen Vorteil nutzen die Bewohner zu schätzen und der zusätzliche Platz und ein Fluchtweg war oftmals die Rettung bei einer Belagerung. Im Inneren des Schlosses gibt es das übliche zu sehen. Die nächste Attraktion war diesmal eine richtige und eine sehr große Höhle - die Postojnska jama. Diese Höhlensystem ist mit 24 km eines der größten Höhlensysteme. Zuerst eine MNS-Maske (Mund-Nasen-Schutz) anlegen, dann ging es zu einer Elektrolok und diese brachte uns in die Höhle weitere 4 km hinein. Danach erfolgte ein Spaziergang durch weitere Teile der Höhle, bevor es wieder mit dem Zug zurück ging. Bisher hat mich der Eintrittspreis und der Zeitaufwand und das erwähnte Verbot zu Fotografieren von einem Besuch abgeschreckt. Der Kombipreis von Höhlenschloss und Höhle kostet 30€ - die Höhle allein 27€, das Fotografieren war erlaubt und die Zeit für einen Besuch hatte ich diesmal. Also ging es los und ich habe es nicht bereut. Es ist wirklich eine schöne Höhle und sehr groß. Das findet man nicht so schnell wieder. Deswegen ist ein Besuch eine klare Empfehlung. Am späten Nachmittag ging es noch zu einem kleinen Bad im Meer an die Adria in den Ort Izola.

Bildergalerie von Stanjel, Predjamski grad und Postojnska jama

Tag 4 [ ^ ]

Am Vortag war ich abends an der Küste und so übernachtete ich in dem Küstenort Koper. So nutze ich am Morgen einen Spaziergang durch die Stadt uns sah mir ihre Altstadt an. Der Rektorenpalast und ihr gegenüberliegende Loggia zeigen deutlich auf die Verbindungen zu Venedig. Weiterhin sehenswert ist die Kathedrale mit der Besteigung ihres Turmes und zahlreiche alte Bürgerhäuser. Nach dem Besuch von Koper fuhr ich in das nicht allzu weit entfernt liegende Dorf Hrastovlje. Dort gibt es eine ummauerte Kirche und das Innere ist voll mit Fresken. Besonders ins Auge springt dabei der berühmte "Totentanz" als mittelalterliches Bauernfresko. Leider war fotografieren verboten und der Aufpasser lies sich nicht erweichen. Zum Glück durfte ich bei meinem ersten Besuch im Jahr 2005 ohne Probleme Fotos machen. Wer will, der kann sich diese Fotos nochmals anschauen - hier ab Foto Nummer 9. Jetzt war noch Zeit um am Nachmittag eine weitere Höhle zu besichtigen. Die Höhle Škocjanske jame ist UNESCO-Weltkulturerbe und das hat seinen Grund. Aufgrund der weniger vorhandenen Touristen in der Coronakrise sind die Zeiten für Touren durch die Höhle sehr ausgedünnt. Somit musste ich die letzte Tour um 15 Uhr nehmen. Alle sollten eine Maske tragen und zuerst ging es die Straße entlang zum eigentlichen Eingang der Höhle. Leider war im Inneren der Höhle das Fotografieren nicht erlaubt. Um euch doch ein paar Aufnahmen von den tollen Erlebnissen zu zeigen, musste ich mit meiner kleinen Actioncam aus der Hüfte einige Aufnahmen machen. Zudem waren die Lichtverhältnisse sehr dunkel und später kam noch Gischt/Dunst hinzu. Das waren keine guten Bedingungen für tolle Fotos. Der Eingang in die Höhle ging durch einen Tunnel immer nach Unten. Später ging es auf sicheren Wegen durch das Labyrinth von Stalagmit und Stalaktit. Eigentlich nichts Besonderes und am Tag zuvor auch in der anderen Höhle zu genüge gesehen. Aber dann ging es weiter nach Unten und es lärmte ein rauschender Fluss am Höhlenboden. Der Fluss Reka fließt teilweise durch die Höhle hindurch und biete eine Spektakuläre Kulisse. Links und rechts sind steile Wände und es gibt einen sicheren Weg an der einen Seite etwa 50m oberhalb des Flusses Reka. Alles ist spärlich beleuchte und es gibt einen Dunst. Das macht alles noch unheimlicher. Der Weg führt über eine 50m hohe Brücke und endet später am Höhlenausgang. Der Ausgang befindet sich in einer Doline (eingestürzter Krater) und man muss auf Treppen wieder nach Oben zum Rand des Kraters. Bei 35 Grad Hitze schnauften viele Teilnehmer der Tour. Diese Höhlentour war ein tolles und bleibendes Erlebnis und kann ich nur jeden weiter empfehlen. Auf der Weiterfahrt zu meinen nächsten Ziel am folgenden Tag machte ich noch am frühen Abend in Škofja Loka halt und schaute mir die kleine Stadt an. Die Stadt hat ein Schloss oberhalb und zahlreiche mittelalterliche Gebäude anzubieten. Es war ein schöner Abendspaziergang.

Bilderserie von Koper, Hrastovlje, Skocjanske jame und Skofja Loka

Tag 5 [ ^ ]

Heute stand wohl einer der Höhepunkte der Slowenienreise auf dem Programm. Fotos von dem Ort Bled mit der Kirche auf einer Insel mitten im See und einer romantischen Burg auf einem Felsplateau und alles garniert mit tollen Bergen im Hintergrund existieren zu Hauff auf den Plattformen Instagram und YouTube. Heute wollte ich es selbst mal sehen und erleben. Und es war voll am See in Bled. Da ich noch früh da war, hatte ich einen Parkplatz bekommen und war an den Foto-Hotspots teilweise noch ungestört. Schon beim Rückweg kamen mit Heerscharen von Leuten entgegen und viele davon auf der Jagd nach diesem Fotomotiv. Mir war es dann alles zu viel und zu lebhaft und nahm die Empfehlung meines Reiseführers an und wechselte zu einem weiteren Bergsee, der einsamer sein sollte. Aber dort war auch alles voll. Am Bergsee Bohinjsko jezero war es auch sehr schön. Man kann nur am Südufer mit dem Auto entlangfahren. Kommt dann zu einer Talstation der Gondelbahn die zum Berggipfel Vogel hochfährt. Dort könnte man wandern und im Winter Ski fahren. Ich bin weiter zu den Savica-Wasserfällen, was mit einer kurzen Wanderung zu machen ist. Am späten Nachmittag habe ich das kleine Städtchen Radovljica besucht. Um den Hauptplatz herum stehen viele alte sehenswerte Häuser. Aktuell fand ein Fest statt und somit war nicht alles frei zu sehen. Trotzdem ein schöner Tagesabschluss.

Bilderserie von Bled, Bohinjsko jezero und Radovljica

Tag 6 [ ^ ]

Am heutigen Tag war das Ziel in Richtung kroatische Grenze zu fahren. Zuerst machte ich im Ort Žužemberk halt und besuchte die Kirche und das Schloss inmitten des Ortes. Beides wurde im 2.Weltkrieg zerstört und die Kirche wieder komplett und das Schloss nur in den Außenmauern aufgebaut. Danach fuhr ich in die größere Stadt Novo mesto und machte einen Spaziergang durch die Altstadt. Das alte Novo mesto liegt in einer Flussschleife des noch jungen Flusses Krk, aber hat nicht so viel zu bieten. Ein schönes Rathaus und das Panorama auf die Altstadt sind eigentlich schon die Höhepunkte. Nur wenige Kilometer entfernt diesmal inmitten des Flusses Krk liegt das Wasserschloss Grad Otočec. Davor auf dem Parkplatz empfing mich schon Polizei und überall standen Beamte und Presseleute herum. Das schöne Wasserschloss Grad Otočec musste ich zügig erkunden, weil später der slowenische und kroatische Ministerpräsident sich dort trafen und na über was schon redeten? Klar, über die Corona-Krise. Der nächste Besuchspunkt konnte nicht kontrastreicher sein - das Kartäuserkloster in Pleterje. Die Kartäuser sind Mönche, welche das Gelübde abgelegt haben nicht zu sprechen. Der gesamte Klosterkomplex ist verschlossen, außer die alte gotische Kirche. In dieser sind die Mönche und Gläubigen noch durch einen Kirchenlettner voneinander getrennt. Zum Tagesabschluss ging es noch in das kleine und verschlafene Örtchen Kostanjevica na Krki auf einer Insel inmitten der Krk. Das Örtchen betritt man über jeweils hölzerne Brücken und die richtigen Höhepunkte fehlten. Aber man konnte im Fluss Krk schön baden und so nutze ich mal wieder die Chance mich bei sommerlichen Temperaturen abzukühlen. Nach dem erfrischenden Bad ging es auf die Autobahn und in Richtung Kroatien. Der Grenzübertritt verlief ohne jegliche Probleme und Nachfragen. In der kroatischen Stadt Karlovac machte ich einen Stopp und versorgte mich mit der kroatischen Währung und etwas zu Essen. Zu meiner Überraschung trägt hier kaum einer eine MNS (Mund-Nasen-Schutz / Maske). Alles schien sehr locker und die Cafés waren gut besucht. Am Abend fuhr ich noch in Richtung dem Nationalpark Plitvicer Seen.

Bilderserie von Zuzemberk, Novo mesto, dem Wasserschloss Grad Otocec, die Kartause Pleterje und Kostanjevica na Krki

Tag 7 [ ^ ]

Heute habe ich mir einen kleinen Traum erfüllt - der Besuch der Plitvicer Seen. Ich war nun schon 3-mal in Kroatien und bisher hatte ich nicht die Chance auf einen Besuch der Plitvicer Seen. Der Nationalpark Plitvicer Seen ist ein großes Waldgebiet und kostet keinen Eintritt. Die Plitvicer Seen sind nur ein kleiner Teil davon und kosten Eintritt! Und der Eintritt ist nicht wenig. Ich zahlte mit 27€ noch etwas weniger, als schon zwei Tage später fällig sind 40€. Ich buchte mein Ticket online mit der Uhrzeit um 7 Uhr. Ich wollte vor dem großen Ansturm die Seen besuchen und somit den Besuchermassen zu entgehen. Es war aber den ganzen Tag über relativ ruhig und weniger los, als befürchtet. Ich wählte mir die längste Route um den See aus - Route K mit 18,3 km Länge, weil ich auch den ganzen Tag Zeit dafür hatte und viel sehen wollte. Die Wanderung begann am großen Wasserfall und ging danach an mehrere kleinere Seen entlang. Nach dem Erreichen der Anlegestelle mit Gastronomie lief ich den See weiter entlang und erfreute mich an den Eindrücken. Der See und die Natur sind wunderschön. An den mittleren Wasserfällen stieg ich auf meinem Rundgang nach Oben und erfreute mich an die Ausblicke von Oben auf die Wasserfälle. Später ging es wieder über bequeme Holzstege am See und über Wasserfälle entlang. Wo dann die meisten Touristen waren, da gab es auch zahlreiche und die schönsten Wasserfälle zu sehen. Durch den Zustieg auf die falsche Fähre kam ich doch noch in den Genuss auf eine Seefahrt hin- und zurück. Am späten Nachmittag lief ich den See komplett auf der anderen Seite zurück und blickte von einigen Aussichtspunkten genussvoll von oben auf den See. Nach 12 Stunden war das Ende erreicht und ich behalte die Plitvicer Seen gut in Erinnerung. Die Eindrücke aus dem Nationalpark Plitvicer Seen waren schön, aber irgendwie hatte ich mir noch etwas mehr erwartet. Die Wasserfälle plätscherten dahin, was wohl am eher wasserarmen Sommer liegen sollte. Trotzdem, ein Besuch lohnt sich und in der Vorsaison bzw. in der Nachsaison sind die Eintrittspreise teilweise deutlich geringer und man erlebt sicher auch tolle Eindrücke.

Bildergalerie vom Nationalpark Plitvicer Seen

Tag 8 [ ^ ]

Am heutigen Tag fuhr ich früh morgens auf der Autobahn in Richtung Split weiter. Bei einer kleinen Pause nutze ich eine Aussichtsmöglichkeit. Später machte ich eine Badepause in dem Ort Kastel Stari, wo der Strand aus kleinen Steinchen bestand und sich gut baden ließ. Die kleine Stadt hat selbst kaum was zu bieten. Auch der Ort nebenan Kastel Luksic hat nur eine schöne Villa und vielleicht noch die Kirche zum Anschauen. Beides war aber verschlossen. Am Nachmittag fuhr ich zur Festung Klis in der Nähe und schaute mich um. Die Festung bietet eine schöne Aussicht auf die Umgebung und Küstenlinie, aber sonst war nichts weiter eine Aufmerksamkeit würdig. Dann holte ich meinen weiteren Reisebegleiter vom Flughafen Split ab. Eigentlich müsste er Flughafen Trogir heißen, weil sich die gleichnamige Stadt in nächster Nähe befindet. Darum sind wir zum Abendspaziergang dorthin gefahren und haben uns die alten Stadtmauern und ihr Inneres angesehen. Es gibt eine sehenswerte Kathedrale und noch einige weitere schöne Gebäude anzuschauen. Zum Abschluss noch ein nicht so einladendes Kastel am Hafen. Die Touristen hielten sich in Grenzen und die Gastronomie hatte nicht viel zu tun in Trogir. Ich kenne es von früheren Besuchen ganz anders.

Bildergalerie von Kastel Stari, Kastel Luksic und Trogir

Tag 9 [ ^ ]

Am heutigen Tag ging es am Vormittag erst einmal nach Split. Die Altstadt wurde in den früheren Palast/Alterssitz des römischen Kaisers Diokletian hinein gebaut. Der Palast hatte breite Straßen und Achsen und diese wurden unter Verwendung der Mauern des alten Palastes mit den neueren Häusern zugebaut. Somit sind die Umrisse und Strukturen des alten Diokletianpalast noch erkennbar und an einigen Stellen erlebbar. Die Kathedrale ist ziemlich klein, aber sehenswert. Ein Spaziergang durch die engen Gassen von der Altstadt in Split ist ein Erlebnis. Es waren überraschend viele Touristen anwesend und die Hitze von über 30 Grad lies uns dann zu einer Rundfahrt durch das Hinterland von Split hauptsächlich am Fluss Centina entlang aufbrechen. In dem kleinen Ort Sinj gab es nur wenig zu sehen, aber eine heimatliche Müller-Filiale gab es zu erkunden. Beim Bezahlvorgang kam es zu einem Stromausfall, aber mein Rückgeld habe ich noch erhalten. Der Fluss Centina mündet beim dem schönen Ort Omis in die Adria. Omis war gut besucht mit deutschen Touristen und hauptsächlich von Familien mit Kindern. Das lag wohl am angenehmen Strand, was an der kroatischen Adriaküste eher eine Seltenheit ist.

Bildergalerie von Split und eine Reise ins Hinterland

Tag 10 [ ^ ]

Am heutigen Tag ging es vormittags in die Altstadt von Sibenik. Sie liegt sehr schön am Wasser und hat einiges zu bieten. Den Rundgang begann ich am Franziskanerkloster und führte mich zur Kathedrale in Sibenik. Die Kathedrale ist ein schöner Bau im Stil der Gotik und Renaissance. Danach ging es durch die Gassen der Altstadt zu einem schönen ehemaligen Klostergarten, welcher heute ein Cafe beherbergt. Der Eintritt zur Festung war uns zu teuer und somit beschlossen wir zügig zu den Krka-Wasserfällen im gleichnamigen Nationalpark zu fahren. Der Eintritt dort schockte uns zuerst etwas = 200 Kuna sind 27€. Das Gleiche habe ich für den Eintritt der größeren Plitvicer Seen bezahlt. OK, wir haben trotzdem bezahlt und haben uns die Wasserfälle angesehen. Alles ist deutliche kleiner und weniger spektakulär als ich schon gesehen habe. Trotzdem war es ein schöner Rundgang quer durch die Wasserfälle und es blieben schöne Eindrücke zurück. Da wir erst am frühen Nachmittag angekommen sind, konnten wir nicht alle Attraktionen nutzen. Für den stattlichen Eintrittspreis sollte man sich einen ganzen Tag im Nationalpark Krka-Wasserfälle Zeit lassen. Es waren überraschenderweise sehr viele Touristen da und es wurde immer wieder eng und voll.

Bildergalerie von Sibenik und dem Nationalpark Krka-Wasserfälle

Tag 11 [ ^ ]

Mein heutiger Rundgang in Dubrovnik war schon mein dritter Besuch in dieser Stadt, aber es ist immer wieder schön in den Altstadtmauern herum zu laufen und Neues zu entdecken oder Bekanntes wieder zu sehen. Die mächtige Stadtmauer imponiert gleich zu Beginn. Man kann sie besteigen und komplett einmal ablaufen. Aber dies ist ein teures Vergnügen mit 200 Kuna = 27€. Für eine Stadtmauer ist es mir zu viel und so blieb ich unten und erkundete Dubrovnik innerhalb der Stadtmauer auf Fußgängerniveau. Es gibt zahlreiche Kirchen und Paläste anzusehen, aber auch einige Museen bieten Erkundungen an. Der Besucheransturm hielt sich stark in Grenzen und die Gassen der Altstadt waren erstaunlicherweise ziemlich leer. Sicher lag es daran, dass kein Kreuzfahrtschiff mit Touristen im Hafen liegt. Nach dem Besuch der Altstadt fuhren wir mit dem Auto auf den Berg Srd. Bequem kommt man auch mit einer Seilbahn dorthin. Der Ausblick auf Dubrovnik ist atemberaubend. Am Nachmittag fuhren wir noch in den Ort Cavtat am Meer in Richtung montenegrinische Grenze. Es gab leider nicht viel zu sehen. In der Marina lagen ein paar Jachten und auf einem Hügel mit Friedhof war ein Mausoleum der Familie Racic vom Künstler Ivan Mestrovic sehenswert. Auch hier waren die zahlreichen Cafés und Restaurants nur spärlich besucht oder blieben komplett leer.

Bildergalerie von Dubrovnik und Cavtat

Tag 12 [ ^ ]

Am Morgen reisten wir von Dubrovnik nach Montenegro ein. Es waren kaum Fahrzeuge unterwegs und die Einreise erfolgte ohne jegliche Probleme bzw. Nachfragen. Ich fragte den Grenzbeamten, ob es bei der Weiterreise nach Bosnien-Herzegowina von Montenegro aus Probleme geben könnte. Dazu meinte er auf deutsch:"Für Deutsche kein Problem". Der erste Stopp war in Herceg Novi, einem kleinen netten Städtchen mit ein paar Kirchen und zwei Festungen. Uns viel sofort auf, dass in Montenegro fast alle mit Mundschutz herumlaufen bzw. ihn ständig griffbereit haben. Ab sofort ziehen wir den Mundschutz bei Kontakt mit Personen an. Aktuell ist Montenegro ein Hotspot und besonders in der Hauptstadt Podgorica sind zahlreiche Fälle von Covid-19 aufgetreten. Nach dem ersten Stopp ging es weiter zur Fahrt um die Bucht von Kotor nach Perast. Perast war mal verlassen und die Häuser waren Ruinen. Dann wurden die Häuser aufgekauft und heute sind viele restauriert und sehen wunderschön aus. Es gibt hier sogar ein 5-Sterne Hotel und weitere luxuriöse Ziele. Aber leider alles ohne Touristen. Es sind in Montenegro aktuelle nur sehr wenige ausländische Touristen unterwegs. Alles ist leer und es ist schon bedrückend dies mit anzusehen. So auch in Perast - in einer schönen Umgebung ist nichts los. Danach fuhren wir an das Ende der Bucht zur Stadt Kotor und besuchten die Altstadt. Wieder waren nur wenige ausländische Kfz-Kennzeichen zu sehen und die Altstadt war sehr leer. Zum Fotos machen eigentlich ideal, aber für die Tourismusbranche eine Katastrophe. Die Altstadt in Kotor ist sehenswert und so erfreuten wir uns an ihr und die Leere. Am späten Nachmittag fuhren wir mit dem Auto die schmale Panoramastraße zum Lovcen hinauf. Über viele Serpentinen geht es auf einen Berg hinauf, wo das Mausoleum vom berühmten Dichter Petar II. Petrović Njegoš steht. Die Fahrt dorthin und dann der Blick vom Gipfel ist das schönste an dieser Tour. Am frühen Abend ging es dann abwärts nach der alten ehemaligen Hauptstadt Cetinje. Eine heute kleine und unbedeutende Stadt und früher einmal die Hauptstadt von Montenegro. Deswegen stehen in Cetinje einige schicke Gebäude.

Bildergalerie von Herceg Novi, Bucht von Kotor mit Altstadt Kotor, Lovcen und Cetinje

Tag 13 [ ^ ]

Die letzte Nacht haben wir in der Nähe von Budva übernachtet. Die Zimmer sind sehr günstig und es gibt jede Menge freie Zimmer. Von den sechs Zimmern waren wir mal wieder die Einzigen. Am Morgen ging es dann über Budva, Becici und Sveti Stefan entlang der Küste. Unser Navi lotse uns über den 5 km langen Tunnel zum Skutari-See. Im Hauptort Virpazar gibt es außer Hotels und Restaurants nichts weiter zu sehen, aber von hier starten die Boote zu einer Rundfahrt über den See. Und genau dass war unser Ziel und besonders mein Wunsch. Da wir fast die einzigen Touristen hier sind, mussten wir ein Boot für uns allein mieten. Zusammen mit dem Skipper sind wir dann entlang von Schilf und endlosen Wasserlilien auf den Skutari-See hinaus gefahren. Das Boot hat einen Sonnenschutz und so konnte wir mit einer frischen Brise den Aufenthalt sehr gut genießen. Die Fahrt auf dem See war wunderschön und die Ausblicke auf die dahinter liegenden Berge einmalig. Auf dem See kann man auch zahlreiche Vögel und andere Tiere wie Schlangen entdecken. Mitten auf dem See wurde der Anker ausgeworfen und wir sind ins warme Wasser gesprungen und haben eine Zeitlang gebadet. Nach der knapp 3 Stunden war alles vorbei und wir fuhren mit dem Auto eine schöne schmale Straße an dem See entlang zum Ort Rijeka Crnojevica. In diesem Ort steht fotogen eine alte Brücke und auch hier werden Bootstouren angeboten. Aber leider auch in diesem Ort waren keine weiteren Touristen zu sehen. Am späten Nachmittag sind wird über die Hauptstadt Podgorica weiter durch das Tal des Flusses Moraca zum Kloster Moraca gefahren. Es ist ein schönes Kloster mit einem gepflegten Garten und Kirche. Fotos vom Inneren waren leider nicht möglich, weil der Aufpasser für mich allein genügend Zeit hatte, mich ständig im Blick zu behalten. Das Kircheninnere war voll mit Fresken. Am frühen Abend sind wir im Wintersportort Kolasin angekommen und schlenderten noch einmal kurz durch die kleine Stadtpromenade.

Bildergalerie von der Küste, dem Skutari-See und das Kloster Moraca

Tag 14 [ ^ ]

Der heutige Tag war eher vom schlechten Wetter geprägt. Wir befinden uns gerade in den Bergen von Montenegro und da gibt es auch mal schlechtes Wetter. Nach dem Frühstück beim Bäcker in Kolasin fuhren wir zu einem Nationalpark in der Nähe. Im Nationalpark Biogradska Gora gibt es noch viele alte Bäume und eine ganz andere Flora, als sonst üblich im sonnenverwöhnten Montenegro. Für uns Mitteleuropäer aber eher nichts Besonderes. Trotzdem war die Wanderung um einen kleinen See herum schön und angenehm. Dann ging es zur Weiterfahrt durch die Schlucht des Flusses Tara. Bis zu der markanten Durdevića-Tara-Brücke ist die Schlucht noch unspektakulär. Aber gerade jetzt fing es an stark zu regnen und uns blieb nichts anderes übrig, als in unsere Unterkunft im Wintersportort Zabljak zu fahren. Der Regen hörte auf und wir unternahmen noch eine kurze Wanderung um einen weiteren See herum. Aufgrund der tiefhängenden Wolken konnten wir die hohen umliegenden Berggipfel nicht sehen und der Eindruck war nicht so gewaltig, wie an anderen Tagen. Kurz vor Abschluss der Wanderung fing es wieder an zu regnen und wir flüchteten in unsere Unterkunft. Für morgen hoffen wir auf besseres Wetter.

Bildergalerie von Nationalpark Biogradska Gora, der Tara-Schlucht und von Zabljak

Tag 15 [ ^ ]

Am heutigen Tag unternahmen wir mit dem Auto eine Fahrt entlang der Panoramastraße Nummer 2. Montenegro hat vier verschiedene Panoramastraßen ausgeschildert und die Route 2 ist der sogenannte Durmitor-Ring. Eine oftmals schmale Straße durch das Durmitor-Gebirge inmitten des Nationalparkes Durmitor. Das Durmitor-Gebirge ist es faszinierender Flecken an der Grenze zu Bosnien-Herzegowina und hat mich schon bei früheren Besuchen interessiert. Diesmal beim Besuch im Sommer sollte es diese Panoramafahrt mit dem eigenen PKW durch die Berge des Durmitor sein. Wir fuhren morgens gegen 9 Uhr los und das Wetter war leider nicht ideal. Die Wolken hingen tief und es sollte erst im Laufe des Tages besser werden. Zu dieser Panoramastraße 2 gibt es kostenlos noch einen Audioguide zum herunterladen. Auf dem Smartphone installiert und man bekommt beim Abfahren der gesamten Strecke nützliche und interessante Informationen zu den Bergen, Tälern, der Geschichte und allerlei Geschichten erzählt. Die ganze Fahrt soll 6 Stunden dauern, wobei wir 1 Stunde mehr benötigt haben und zusätzlich eine empfohlene Wanderung von 1 Stunden noch mit eingebunden haben. Somit war der ganze Tag mit dieser Rundfahrt verplant. Es geht auf der ganzen Fahrt immer auf und ab, an imposanten Gipfeln vorbei, durch grüne Täler und an faszinierende Aussichtspunkte wird Halt gemacht. Wir waren von der wunderschönen Natur begeistert und ich kann nur jeden einen Besuch des Durmitor-Gebirges und auch der Panoramafahrt empfehlen.

Bildergalerie von der Fahrt entlang der Panoramastraße Nummer 2

Tag 16 [ ^ ]

Heute war der Tag der Entscheidung. Es sollte in das letzte Land, nach Bosnien-Herzegowina, gehen. Bei der Einreise nach Montenegro fragten wir den Grenzbeamten, ob eine Weiterreise nach Bosnien-Herzegowina möglich ist. Er bejahrte meine Frage. Aber genau an diesem Tag änderte das Land Bosnien-Herzegowina seine Einreisebestimmungen um den Passus, dass jeder EU-Bürger einen gültigen negativen Coronatest vorweisen muss. Und das können wir leider nicht. Trotzdem fuhren wir mal zur Grenze, aber dort bekamen wir keine nützlichen Informationen. Deswegen schwenkten wir auf Plan B um und entschieden uns spontan in ein weiteres Land einzureisen. Es sollte ab dem nächsten Tag nach Albanien gehen. Nach einer schönen Fahrt von Zabljak zum Kloster Ostrog besuchten wir dieses wichtige Kloster. Danach ging es zum Baden nochmals an den Skutari-See. Abends mieteten wir ein Zimmer in der Hauptstadt Podgorica und sahen alle Menschen auf den Straßen mit Masken. Hier scheint es eine verpflichteten Maskenpflicht zu geben, wo auch ein Bußgeld von 100€ fällig wird.

Bildergalerie von Kloster Ostrog und Baden am Skutari-See

Tag 17 [ ^ ]

Heute früh ging es mit dem Auto auf die nächste Panoramaroute durch die Berge bis nach dem Dorf Korita. Dort angelangt machten wir eine kurze Wanderung zu einem tollen Aussichtspunkt mit Blick nach Albanien. Am Nachmittag werden wir in diesem Tal dann die Straße entlang fahren. Am Mittag waren wir wieder zurück in Podgorica und wir bogen gleich zum Grenzübergang am Skutari-See nach Albanien ab. Auf albanischer Seite fuhren wir ins Vermosh-Tal und es gab wieder tolle Ausblicke auf die Berglandschaft mit seinen Dörfern. Es war eine schöne Fahrt hinauf ins Vermosh-Tal und die gleiche Strecke wieder nach unten zurück. Am Abend endete die Tagestour in der albanischen Stadt Shkodra mit einem kurzen Spaziergang.

Bildergalerie von Panoramaroute Nr. 4, von der Fahrt ins Vermosh-Tal und Shkodra

Tag 18 [ ^ ]

Am heutigen Tag mussten wir früher aufstehen, als sonst. Gegen 7 Uhr fuhren wir auf zuerst guten Straßen, später auf eine sehr holprige Straße bis zum Fähranleger am Koman-Stausee. Früher war diese Fahr mit der Fähre der einzige Weg sich in den Bergen mit dem Auto fortzubewegen. In den letzten Jahren wurde zusätzlich eine Straße und auch eine neue Autobahn in Richtung Kosovo gebaut. Heute ist es eine will kommende Abwechslung zu den oftmals eher schlechten und kurvigen Straßen mal mit einem Schiff durch eine tolle Schluchtenlandschaft zu fahren. Die Eindrücke auf der Fahrt auf der aufgestauten Schwarzen Drin sind faszinierend. Zum Ende der Fahrt kommt man in Fierza an und kann von dort auf Straßen weiterfahren. Wir nahmen den Weg ins Valbona-Tal. Entlang eines tollen Bergpanoramas geht es auf Straße bis zum Talende. Überall werden neue Häuser und Hotels gebaut. Im Winter kann Ski gefahren werden und im Sommer kann gewandert werden. Danach ging es auf einsamen Straßen nach Kukes. Dort führt auch die Autobahn in den Kosovo vorbei. Wir nahmen für die Rückfahrt einen anderen Weg und zwar eine Piste durch das Tal der Schwarzen Drin, wo wir in deren Wasser am Morgen mit der Fähre schon gefahren sind. Die Eindrücke von dem Tal der Schwarzen Drin hielten sich für mich in Grenzen, aber der Weg hatte es in sich. Für 50km benötigten wir 3,5 Stunden und am Ende dieses Teilstückes wurde es dunkel. So blieb uns nichts anderes übrig, als in der nächsten größeren Stadt Peshkopia ein Hotel aufzusuchen.

Bildergalerie von der Fahrt auf den Koman-Stausee, Valbona-Tal und das Tal der Schwarzen Drin

Tag 19 [ ^ ]

Nachdem wir tags zuvor in der Provinz gestrandet sind, mussten wir erst eine längere Strecke fahren, um an unser neues Ziel zu gelangen. Provinz heißt hier in Albanien tatsächlich weit ab von einer großen Stadt und somit oftmals von einer guten Straße. Unser Navi zeigte für die Hauptstadt Tirana 3,5 Stunden Fahrtzeit an und das nächste Ziel Berat war 4 Stunden Fahrt entfernt. Bevor es losging schlenderten wir kurz über die Promenade der Stadt Peshkopia. Es gibt nicht viel zu sehen und im Reiseführer wird der Ort nicht erwähnt. Dann begann die Fahrt auf enger und kurvenreicher Straße. Gegen 14 Uhr sind wir dann endlich in Berat angekommen. Dieser Ort wird auch als Stadt der 1000 Fenster genannt, weil bei einer bestimmten Betrachtungsweise die Häuser mit ihren vielen Fenstern ins Auge fallen. In der Nähe war der Osumi-Canyon und somit machten wir dorthin noch einen Abstecher. Zu Sonnenuntergang waren wir angekommen und die Blicke waren für mich nichts spektakuläres. Gleich in der Nähe fanden wir ein Hotel.

Bildergalerie von Peshkopia, Berat und dem Osumi Canyon

Tag 20 [ ^ ]

Am Morgen fuhren wir nochmals drei Aussichtspunkte mit Blick in den Osumi-Canyon an, welche wir schon zum Sonnenuntergang des Vortages sehen durften. Danach wollten wir zur nächsten Stadt auf einer Querverbindung nach Gjirokastra fahren. Das Navi warnte schon vor einer 21 km langen Piste. Aber Pisten können teilweise auch mit einem normalen PKW befahrbar sein. Diese Piste war es scheinbar nicht. Schon nach wenigen Metern über buchstäblich Stock und Stein brachen wir den Versuch ab und mussten einen großen Umweg über asphaltierte Straße von doppelter Länge in Kauf nehmen. Nun sollte die Fahrt zurück über Berat nach Gjirokastra 4 Stunden (bei 180 km Länge) dauern, anstatt nur 2 Stunden. Irgendwann am Mittag trafen wir in der Stadt Gjirokastra ein. Die Stadt ist ein UNESCO-Weltkulturerbe und ihr alter Basar mit einer Festung ist der Höhepunkt. Hier stehen noch zahlreiche alte Handelshäuser, welche typisch für Albanien sind. Heute ist vieles schön restauriert und man schlendert angenehm durch die Gassen zur Festung hinauf. Die Festung bietet außer einen schönen Blick auf die Stadt mit Umgebung nicht viel. Ein altes vor sich hin gammelndes amerikanisches Flugzeug als Trophäe ist so ein skurriler Anblick. Die Festung war zu Zeiten des Kommunismus ein Gefängnis, was leider kaum ein Thema als Information oder in einem Museum war. Am Nachmittag ging es weiter zur einer Karstquelle. Die wurde im Reiseführer und in diversen YouTube-Videos empfohlen. Der Weg dorthin war nicht so schön und die Karstquelle war für mich nichts besonderes. In einem kleinen Fluss entspringt nochmals eine Karstquelle, welche in den Farben grün, blau und schwarz leuchten soll, je nachdem aus welcher Richtung man sie betrachtet. Die albanische Adriaküste war nicht mehr weit entfernt und darum fuhren wir an einigen bekannten Stränden vorbei und zum Tagesabschluss auf das Schloss Lekuresi oberhalb von Saranda. Dort ist der Blick auf die Stadt Saranda und die Umgebung sehr schön. An diesem Ort kann man den Sonnenuntergang angenehm genießen.

Bildergalerie von Osumi-Canyon, Gjirokastra, The Blue Eye und Saranda

Tag 21 [ ^ ]

Von Saranda nach Ulm sind es etwa 1700 km und das muss in 2 Tagen geschafft werden. Das heißt für heute und morgen ziemlich viel und lang Autofahren. Was zum Anschauen gibt es nur noch, was direkt auf der Route liegt und nicht viel Zeit in Anspruch nimmt. Von der Straße aus sah man gut die schönen Sandstrände von Borsh. Hier bietet sich ein angenehmer Badeurlaub an. Der nächste Strand in Porto Palermo bietet noch ein fotogenes Kastel mit an. Inmitten einer Bucht und auf einer Halbinsel gelegen liegt ein altes dreieckiges Kastel. Der Besuch ist interessant, wobei das Kastel leer ist. Gleich in der Nähe gäbe es einen alten U-Bootbunker zu sehen. Wir fuhren weiter auf der Küstenstraße und sind etwas später am Llogara-Pass angekommen. Von hier bieten sich nochmals schöne Blicke auf die Küstenlinie mit seinen Badestränden. Die restliche Autofahrt in Albanien absolvierten wir hauptsächlich auf Schnellstraßen. Am Nachmittag überquerten wir ohne Probleme die Grenze zu Montenegro und durchfuhren das Land auf der Hauptstraße über Podgorica. Der Transit über Bosnien-Herzegowina wurde uns verwehrt und deswegen mussten wir wieder die Küstenstraße über Herceg Novi und Dubrovnik nehmen. Dabei sind wir nochmals an der Bucht von Kotor vorbeigekommen. Die Einreise nach Kroatien verlief wieder ohne jegliche Probleme bzw. Nachfragen.

Am nächsten Tag (Sonntag) ging es auf Autobahnen von Gradac nach Ulm. An den Grenzen wurde nur oberflächlich kontrolliert und niemand fragte uns woher wir kommen und was wir gemacht haben. Es gab kaum Stau und somit sind wir pünktlich in Ulm wieder angekommen.

Bildergalerie von der Rückreise aus Süd-Albanien bis Montenegro

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