Reisebericht

Reisezeit: 12.01.2020 bis 26.01.2020

Reisedauer: 2 Wochen

Reiseroute: von Antalya über Side, Alanya, Anamur, Silifke bis Mersin und weiter ins Hatay bis zur syrischen Grenze

Reiseart: Rundreise mit Miet-Auto

Persönliche Eindrücke von : Nach über 25 Jahren bereiste ich wieder einmal die Türkei. Ich suchte mir die Route östlich von Antalya bis zur syrischen Grenze ins Hatay aus. Die ganze Reise verlief ohne Probleme. Viele Hotels sind im Januar geschlossen und somit ist das Hotelangebot begrenzt. Nachts kann es bis Null Grad kalt werden und in den Bergen habe ich Schneetreiben erlebt. Sonst waren die Temperaturen an der Küste um die 15-18 Grad warm, aber teilweise sehr windig. Die Türken sind sehr freundlich und hilfsbereit und viele sprechen englisch. Die beste Reisezeit für diese Reise wäre sicher der Frühling und Herbst gewesen, aber auch im Winter war es schön und besonders einsam. An zahlreichen Ausgrabungsorte war ich oftmals bzw. zeitweise der Einzige und konnte dadurch ungestört herumlaufen und Fotos machen.

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Tag 1 [ ^ ]

Die Anreise verlief ohne Probleme und alles war pünktlich. Am Flughafen in Antalya habe ich meinen Mietwagen übernommen und bin dann in die Stadt zu meinem Hotel gefahren. Der Sonnenuntergang nahte schon, darum bin ich gleich zu einem kurzen Spaziergang rund um den Hafen inmitten der Altstadt aufgebrochen. Es war heute Sonntag und viele türkische Familien waren unterwegs. Aber sonst eher nur wenige Touristen.
Die Eindrücke von meinem Rundgang seht ihr in der Bilderserie.

Bilderserie vom Rundgang mit Hafen und Altstadt

Tag 2 [ ^ ]

Heute hatte ich mir einiges vorgenommen, aber man merkt mal wieder dass im Januar die Tage noch kurz sind und deswegen man nicht so viel machen kann, wie man es vielleicht gewohnt ist. Zuerst ging es mit dem altmodischen Renault Symbol (Mietwagen) etwas in die Berge zu einer Ausgrabungsstätte zum antiken Termossos. Obwohl die Anlage schon 1 Stunde geöffnet war, war ich trotzdem der Erste und lange Zeit auf meinem Rundgang auch der Einzige. So konnte ich in Ruhe meine Fotos/Videos machen und überall herumspazieren. Das antike Termossos war eine wichtige Stadt und selbst Alexander der Große konnte die Stadt nicht einnehmen. Das lag unter anderem daran, das die Stadt im Gebirge und auf schwer zugängliche Berge erbaut wurde. Heute muss man deswegen ziemlich viel klettern und steinige Wege laufen. Weiterhin wurde hier noch nicht weiter ausgegraben und alles liegt heillos durcheinander und übereinander. Besonders vom Theater hat man eine schöne Aussicht auf die Umgebung. Dann ging es aufwärts zur Nekropole (Friedhof) mit seinen wild herumliegenden Sarkophagen. Von dort noch ein kurzes Stück weiter bergauf und man hat einen herrlichen Ausblick auf die Berge des Taurusgebirges. Dazu musste ich durch Schneefelder stapfen. Der Reiseführer setzte mindestens 2 Stunden für den Rundgang an und ich benötigte das doppelte. Dafür war ich auch in fast jeder Ecke des Ausgrabungsgebietes.
Danach blieb nicht mehr so viel Zeit übrig und ich fuhr noch zu den Düden-Wasserfälle nicht weit von Antalya entfernt. Dort gehen viele Türken zum Spazieren hin bzw. machen einen Ausflug. Die Wasserfälle sind nichts besonderes und es gibt genügend Restaurants zum Verweilen.

Bilderserie von Termossos und Düden Wasserfall

Tag 3 [ ^ ]

Heute waren wieder 2 Ausgrabungen einen Besuch wert. Zuerst ging es nach Perge, wo noch viele Gebäude stehen und man viel sehenswertes zu Gesicht bekommt. Der Eintritt kostet 6.50€ bei den beliebtesten Ausgrabungsstätten. Der Tag begann mit etwas Regen, aber schon bald kam die Sonne heraus. Der Rundgang durch Perge begann im Stadion, danach ging es durch ein römisches Stadttor ins Innere der antiken Stadt. Als weiteres Stadttor sah man gleich das Ältere aus der hellenistischen Zeit. In der Mitte der Kolonnadenstrasse verlief ein Wasserkanal, der am Ende zum Nymphaion führte. Es gab noch weitere Gebäude zu sehen. Zum Abschluss ging es noch über die Straße zum Theater von Perge.
Ein weiteres Theater der besonderen Art findet sich in Aspendos. Es ist bestens erhalten und die Akustik ist fantastisch. Von der Bühne/Orchester hört man selbst die Geräusche und natürlich heute jedes gesprochene Wort. Zum Glück war ich längere Zeit allein und so blieben meine Ohren verschont. Einen Rundgang durch das weniger sehenswerte antike Aspendos rundete den Besuch ab. In der Nähe steht noch eine alter Brücke über einen Fluss aus dem 13. Jahrhundert. Die Seldschuken erbauten diese Brücke und sie hat in der Mitte einen Knick.

Bilderserie von Perge, Aspendos und einer seldschukischen Brücke

Tag 4 [ ^ ]

Für den heutigen Tag hatte ich mir einen Ausflug in die Berge ausgesucht. Es ging früh los, weil 1,5 Stunden Fahrt angesagt waren. Zuerst ging es den Fluss Köprülü entlang, der sich später zu einem Kanyon verengt und wo man Rafting-Touren unternehmen kann. Bei kühlen Temperaturen und noch kälteren Wassertemperaturen war nichts mit Rafting und alles lag noch im Winterschlaf. Kurz nach der Abzweigung zum Bergdorf Selge passierte ich eine original erhaltene Römerbrücke, welche nur 2,70m breit ist. Mein Mietwagen passte noch hindurch und auch bei den nun folgenden Serpentinen machte der Wagen nicht schlapp. Die Ausblicke auf die Berge mit Umgebung waren toll. Dann kam das Bergdorf Selge ins Blickfeld. Die eigentliche Artaktion ist noch ein gut erhaltenes antikes Theater in einer wunderschönen Kulisse. Die Bühne ist zwar bei einem Erdbeben eingestürzt, aber trotzdem ist der Eindruck wunderschön. Die weiteren Reste der antiken Stadt laden zwar zu einem Spaziergang ein, aber lohnen tut es sich kaum. Im Dorf selber gibt es nichts zu sehen, die Häuser sind sehr ärmlich. Die Frauen betteln, um ihnen was ab zukaufen, weil sie arm sind. Es ist eben ein Bergdorf weitab jeglicher Großstadt.
Am späten Nachmittag war ich wieder zurück in Side und machte zur Blauen Stunden noch einen kurzen Rundgang durch das alte Side. Morgen früh werde ich nochmals alles genau anschauen.

Bilderserie von dem Köprülü-Kanyon, vom Bergdorf Selge und das abendliche Side

Tag 5 [ ^ ]

Gestern hatte ich abends schon mal Side besucht und mich informiert, was sehenswert ist. Heute früh ging es zeitig los. Doch zuerst noch Frühstücken mit Tee und Blätterteiggebäck. Danach ging die Besichtigungstour los. Es gibt noch zahlreiche gut erhaltene antike Gebäude in Side. Das Nymphaion, die Handelsagora, das Theater, der Apollon-Tempel, die Agora usw. Zuerst ging es ins Museum, was 3€ Eintritt kostete. Das Museum ist im ehemaligen Badehaus/Therme untergebracht. Alles in einer tollen Umgebung werden die Ausgrabungsfunde gezeigt. Und im Garten stehen weitere Funde. Und zum Glück war ich zu so früher Stunde noch der einzige Besucher und so konnte ich in Ruhe meine Fotos/Videos machen. Nachher besuchte ich wiederum ganz allein das römische Theater. Später schlenderte ich noch durch Side. Side besteht heute aus eher neuen Wohnhäusern und aktuell werden weitere noch alte Bausubstanz abgerissen und die Archäologen suchen nach weiteren Informationen im Baugrund. Der Apollon-Tempel am Hafen ist wiederum einige Fotos wert.
Zur Mittagszeit machte ich einen Abstecher zum Manavgat-Wasserfall in der Nachbarstadt Manavgat. Dies ist ein beliebtes Ausflugsziel für die Türken, aber für Touristen eher uninteressant.
Danach ging es weiter zur nicht allzu weit entfernten Ausgrabungsstätte Seleukeia oder auch Lybre genannt. Diese sollte ruhig und einsam liegen. Da es kein Eintritt kostete, waren einige Türken anwesend und ruhig war es nicht. Und zu sehen gab es leider auch nicht so viel. Es stand leider nicht mehr viel bzw. es war eher wenig spektakulär.
Danach bin ich etwa 70km weiter zu meinem nächsten Ziel in die Stadt Alanya gefahren.

Bilderserie von Side, Manavgat-Wasserfälle und Seleukeia / Lybre

Tag 6 [ ^ ]

Für heute hatte ich mir wieder einen Ausflug vorgenommen. Dazu musste ich erst 30km zurück fahren und dann in ein Flusstal einbiegen. Hier verlief früher eine wichtige Handelsstraße, welche mit einer Karawanserei und zusätzlich mit einer Burg geschützt werden musste. Beides habe ich mir heute angesehen. Die Karawanserei steht neben der Straße und mir wurde das verschlossene Tor freundlicherweise von einem Deutsch-Türken geöffnet. Im Inneren befinden sich noch die Räumlichkeiten aus dem 13. Jh. Auf türkisch heißt Karawanserei Han und der Ort wo sich diese befindet Alara. Darum benutzt man auch den Namen Alarahan für die Karawanserei. Dann ging es zum Aufstieg zur Burgruine Alara-Kalesi - die Schlauen wissen jetzt das Burg auf türkisch Kalesi heißt. Der Weg dorthin war nicht ganz einfach. Es geht über Steine, Geröll, durch eine n 100m langen dunklen Tunnel und über Treppen und Stufen. Der Weg war nicht immer als solches erkennbar. Und letztendlich geht es auch nicht bis ganz hoch, sondern auf der zweiten Verteidigungslinien muss man wieder umkehren. Trotzdem war es ein schöner Ausflug und wieder war ich ganz allein.
Danach ging es zurück nach Alanya und ich begann noch am späten Nachmittag mit dem Besuch der Alanya-Kalesi / Burganlage. Diese ist gewaltig und hat große Ausmaße. Man muss viel laufen und alles habe ich dann auch nicht geschafft. Dafür gibt es noch den morgigen Vormittag, bevor es weiter nach Anamur geht.

Bilderserie von Alara-Han, Alara-Kalesi und Alanya

Tag 7 [ ^ ]

Heute sind es nicht ganz so viele Bilder wie die Tage zuvor, Das soll aber nicht bedeuten, dass ich heute wenig erlebt habe. Am Vormittag ging es nochmals zur Burg in Alanya. Diesmal fuhr ich mit dem Auto direkt bis ganz nach oben zur zentralen Burg Ic Kale. Von dort hat man einen herrlichen Blick auf die unteren Teile der Burg und auf den Kleopatra-Strand mit der Stadt Alanya. Immer wieder ist der Rote Turm ein Blickfänger und ich besuchte ihn auch. Davor ging es aber noch zur einer Schiffswerft der Seldschuken. Jetzt war für mich Alanya abgeschlossen und es ging auf der Schnellstraße weiter in Richtung Anamur.
Dabei habe ich einige Bilder auf meiner Fahrt gemacht. Es gibt eigentlich wenig interessantes bzw. schönes am Rande zu sehen. Der Reiseführer zeigt mir schon die schönsten Dinge. Was man sonst sieht, sind vermüllte Strände, Plätze, viel Beton und jede Menge Gewächshäuser.
Der Reiseführer empfahl mir auf der Fahrt bei drei antiken Ausgrabungen einen kurzen Stopp einzulegen. Beim antiken Iotape hielt sich die Begeisterung stark in Grenzen. Hier gab es kaum was zu sehen. Auch in Selinus gleich neben der Kleinstadt Gazipasa stand nicht viel aus der römischen Zeit.
Beim letzten Tipp in Antiochia ad Cragum bestiegt ich zuerst eine in der Nähe liegende alte armenische Burg, um dann noch beim Sonnenuntergang einen schnellen Rundgang durch die antike Ausgrabung zu unternehmen.
Bis zu meinem Hotel in Anamur musste ich noch 1 Stunde auf einer kurvenreichen Straße im Dunklen zurücklegen.

Bilderserie von der Burg in Alanya, den antiken Stätten in Iotape, Selinus und Antiochia ad Cragum

Tag 8 [ ^ ]

Heute stand die Umgebung von Anamur auf dem Programm. Und der Tag begann schon mal nicht so gut. Vor der Burg Anamur oder auch Mamure Kalesi genannt, erfuhr ich, dass die Burg wegen Renovierung geschlossen sei. Aber der freundliche Wärter gab mir einen Tipp, dass von hinten man in die Burg hineinsehen könnte. Danke für den Tipp und ich bin gleich losgezogen. Genau - auf der hinteren Seite hatte die Burg ein Loch in der Mauer und somit konnte man teilweise ins Innere gelangen. Zwar nicht in alle Teile der Burganlage, aber ich konnte vieles einsehen und war deswegen schon froh und glücklich. Dadurch hatte sich auch die Besuchszeit verkürzt und danach bin ich gleich an das andere Ende der Stadt Anamur gefahren zum antiken Ausgrabungsbezirk der Stadt Anemourion. Die Ausgrabungsstätte ist ziemlich kompakt und man muss nicht so viel herumlaufen wie woanders. Es gibt einige Gebäude zu sehen, Reste eines Aquädukt und auf dem Berg eine armenische Festung, welche fast unerreichbar ist. Gegen 14 Uhr war ich mit meinem heutigen Besuchsprogramm fertig und ich schlenderte noch durch den Ort Anamur und meinem Hotelstandort Iskele. Beides schaut nicht sehr schön aus und vieles wirkt nicht im besten Zustand. Ich habe den Sonntag etwas ruhig ausklingen lassen, bevor es morgen weiter geht.

Bilderserie über die Burg Anamur und das antike Anemourion

Tag 9 [ ^ ]

Heute stand wieder ein Ausflug in die Berge an. Zuerst ging es von Anamur an der Küste entlang und dann bog ich in die Berge ab. Es ging jetzt auf Serpentinen bis über 1000m hoch und es wurde kalt, richtig kalt mit Null Grad. Am Nachmittag kriselte leicht der Schnee. Zuerst machte ich einen kurzen Stopp in der Stadt Mut, wo eine alte byzantinische Festung steht und es sonst nicht viel zu sehen gibt.
Dann ging es weiter zu dem etwa 25km entfernten Alahan-Kloster. Die Lage der Klosterruinen ist fantastisch hoch gelegen und mit einer tollen Aussicht auf die Umgebung. Es stehen noch zwei Kirchenruinen, weiterhin gibt es noch ein Baptisterium mit einem Taufbecken und ein Sarkophag vom ehemaligen Bischof. Die Evangelistenkirche punktet mit einer wunderschönen reich verzierten Pforte. In der anderen Kuppelbasilika steht eine Plattform, wo man nach oben steigen kann und sich die Giebel und andere Sachen genauer ansehen kann.
Danach ging es auf einer schönen Fahrt wieder zurück an die Küste über den Ort Silifke, wo vor langer Zeit in dem Fluss der deutsche Kaiser Barbarossa sein Leben lies. Dazu aber dann morgen mehr!

Bilderserie von Mut und dem Alahan-Kloster

Tag 10 [ ^ ]

Der heutige Tag verlief nicht optimal. Es war einiges geschlossen und somit nicht zu besichtigen. Dies begann schon gleich am Morgen in dem Ort wo mein Hotel war. In Kizkalesi gibt es zwei Burgen. Eine im Meer, wo man hin schwimmen kann, aber aufgrund des Winterwetters keine gut Idee. Und dann noch die Landburg, welche aber geschlossen war. Im Nachbarort kann man in einem kleinen Museum nur ein Mosaik besichtigen - die drei Grazien. OK, das habe ich gemacht und danach ging es zügig in die nächst größere Stadt nach Silifke. Bekannt ist die Stadt, weil dort in der Nähe der deutsche Kaiser Barbarossa im Fluss ertrunken ist. Über den Fluss in der Stadt Silifke führt eine alte Römerbrücke. Von einem Zeustempel steht noch eine Säule, aber auch hier war alles verschlossen. Das Gleiche passierte mir mit der Burg, welche gerade renoviert wurde. Dafür war in der Nähe das Gelände der Heiligen Thekla geöffnet. Dort steht noch eine Apsis von der byzantinischen Basilika und untendrunter kann man die Höhle anschauen, wo die Thekla angeblich bis zum Lebensende gelebt hat. Die heilige Thekla wurde vom Apostel Paulus zum Christentum bekehrt. Mit dem Apostel Paulus haben wir es auch in den nächsten Tagen immer wieder zu tun. Danach ging es auf eine kleine Rundfahrt in die Berge. Im Ort Demircili stehen römischen Tempelgräber (Tomba) in der Landschaft herum. Einige Kilometer weiter befindet sich der antike Ort Diocaesarea. Hier stehen noch einige Gebäude bzw. Tempel und das macht den Ort sehenswert. Aber das Wetter in den Bergen war stürmisch und eiskalt mit Null Grad. Ich hoffe ihr nehmt den Schnee auf meinen Bildern war? Im antiken Nachbarort Olba stehen auch noch ein paar Gebäude, wobei das Aquädukt mit noch am besten gefiel. Auf dem Weg zur Küste bin ich noch am Ort Cambazli mit seiner byzantinischen Kirchenruine vorbeigekommen. Leider wird hier vieles renoviert und danach sieht es wie neu aus, obwohl es bedeutend älter ist.

Bilderserie von Kizkalesi, Silifke und Diocaesarea

Tag 11 [ ^ ]

Heute war ein großer Sprung in Richtung Süd-Osten der Türkei vorgesehen. Am Vormittag ging es noch zu einer antiken Ausgrabung, welche sich unweit der Schnellstraße befindet. Im antiken Kanytellis stehen die Reste zahlreicher antiken Gebäude um eine Einsturzdoline herum. Es sind einige Kirchenruinen, zahlreiche Ölmühlen, ein großes Felsengrab und ein Wehrturm zu besichtigen. Alles wirkte sehr gepflegt und neu angelegt. Ein Cafe lud zum kurzen Verweilen ein. Und ich war mal wieder der einzige Besucher zu dieser Zeit. Danach fuhr ich über Mersin weiter zur alten Stadt Tarsus. Da sind zwei Moscheen einen genaueren Blick wert und dann natürlich das Geburtshaus vom Apostel Paulus, der aus der Stadt stammt. Aus dem Brunnen neben seinem Haus soll er angeblich getrunken haben bzw. sein Wasser bezogen haben.
Dann fuhr ich über Adana auf der Schnellstraße zu dem Ort Payas, welcher schon in der Region Hatay liegt. Dort gibt es als Ensemble eine alte Kranwanderei, ein Kastell der Kreuzritter und nebenan noch eine Moschee zu besichtigen. Dies tat ich noch schnell vor Sonnenuntergang. Schon im Dunklen ging es zu meinem Hotel in der Nähe von Antakya.

Bilderserie vom antiken Kanytellis, Tarsus und Payas

Tag 12 [ ^ ]

Heute war für mich ein interessanter Tag. Aktuell bin ich im Süd-Osten der Türkei knapp 40km vor der syrischen Grenze im Ort Harbiye in der Nähe der Stadt Antakya. Das Hotel ist das beste was ich bisher erleben durfte und das für etwa 11€ die Nacht. Das Personal ist sehr freundlich, wobei ich hier wohl fast der einzige Ausländer bin. Auch heute habe ich keinen anderen Touri sehen können. Trotzdem ist hier alles sicher. Die einzigartigen Attraktionen waren der Grund bis hierher zu fahren.
Heute ging es gleich in der Nähe los. In einem lauschigen Hain breite sich der Fluss aus und läuft in vielen Kaskaden hinab. Im heißen Sommer ist dies wohl ein erfrischender Ort, aber aktuell im Winter macht es eher wenig her. Wenn man aber bedenkt, dass genau hier vor über 2000 Jahre die glamouröse Hochzeitsfeier von Kleopatra und Mark Anton stattgefunden hat, dann sieht man es mit anderen Augen. Die nächste Station war Antakya, was in der Antike Antiochia hieß. Aus dieser Zeit ist leider nichts mehr erhalten, aber trotzdem gibt es ein paar Höhepunkte. Eine frühere byzantinische Kirche ist jetzt eine Moschee. Als ich durch die engen Gassen der Altstadt spazierte entdeckte ich ein altes Herrenhaus/Konak mit einem wunderschönem Innenhof. Jetzt befindet sich ein Boutique-Hotel darin, was sehr liebevoll eingerichtet ist. Danach fuhr ich zur Apostelkirche bzw. der Petrus-Grotte am Rande der Stadt. Hier gründete der Apostel Paulus die erste christliche Gemeinde und hier soll sich die allererste Kirche überhaupt befinden. Eigentlich war es nur eine Nische oder Grotte, wo man sich zum gemeinsamen Gebet getroffen hat. Links sieht man noch einen Fluchttunnel, welchen man benutzte wenn Gefahr drohte. Im 12. Jahrhundert bauten die Kreuzfahrer einen Vorbau davor. Gleich oberhalb dieser frühesten Kirche ist ein Felsrelief aus der hellenistischen Zeit zu bestaunen. Am Nachmittag fuhr ich zum Simeon-Stylites-Kloster. Der Wunderheiler Simeon der Jüngere soll hier auf einer 12m hohen Säule die meiste Zeit seines Lebens verbracht haben. Und dann fuhr ich in den Küstenort Cevlik. Dort fand eine der größten Tiefbauarbeiten der Antike statt. Unter Kaiser Titus im 1. Jh. wurde ein Fluss umgeleitet und dafür ein 1300m langer Tunnel erbaut. Danach regnete es leider heftig und so fuhr ich zurück ins Hotel.

Bilderserie von Harbiye, Antakya, Simeon-Stylites Kloster und Cevlik

Tag 13 [ ^ ]

Der vorletzte Tag meiner Türkeireise war geprägt vom Fahren aus dem Süd-Osten der Türkei wieder zurück in Richtung Antalya. Aber nur Autofahren wollte ich nicht, darum habe ich noch drei Burgen am Wegesrand eingesammelt. Die erste Burganlage war Toprakkale und lag tatsächlich gleich neben der Autobahn. Aber schon im Reiseführer wurde über den eher schlechten Zustand der Burganlage berichtet und so war es auch. Es standen eigentlich nur noch die Außenmauern, aber dafür gab es eine schöne Aussicht auf die Umgebung. Danach ging es 40km weiter zu einem Höhepunkt. Die Festungsanlage Karatepe war in der Zeit der Hethiter bewohnt, was etwa 1200 bis 800 Jahre vor Christus war. Von der Festung blieb nicht viel übrig, aber es sind noch zwei Eingangstore zu besichtigen bzw. es stehen dort noch zahlreiche Reliefs mit diversen Abbildungen von Tieren, Geschichten, Mythen und anderem. Am Nachmittag ging es dann weitere 40km auf einer landschaftlichen schönen Route zu der Festungsanlage Anavarza. Dies war die letzte Bastion des Kleinarmenischen Reiches. Im Dorf unten stehen noch einige Teile des antiken und römischen Ortes, wobei ich das erste Mal unfreundlich empfangen wurde und das Fotografieren angeblich verboten war. Darum bin ich dann schnurstracks zur Ruine der Festung nach oben gelaufen. Beim ersten und unterem Teil stehen fast nur noch einige Außenmauern. Beim hinteren und oberen Teil der Anlage war ein bequemer Zugang kaum möglich. Wie in fast allen Ausgrabungen gibt es hier keine Absperrungen, keine Hinweisschilder oder Tafeln, keine Verbotsschilder und auch keinerlei Geländer oder andere Sicherheitsmaßnahmen. Ich hatte keine Lust noch weiter nach oben zu klettern und der Sonnenuntergang nahte auch schon. Deswegen bin ich dann wieder umgekehrt und nach Unten abgestiegen. Es war trotzdem ein tolles Erlebnis!

Bilderserie von Toprakkale, Karatepe und Anavarza

Tag 14 und Ende [ ^ ]

Am heutigen und letzten Tag meiner Türkeireise war wieder Autofahren das Wichtigste, weil ich musste um 14:30 Uhr das Auto am Flughafen wieder zurückgeben. Heute bin ich schon um 6 Uhr aufgestanden, bevor der Muezzin sonst ruft und um 7 Uhr losgefahren. Ich hatte in einem Motel in der Nähe von Kizkalesi (siehe Tag 10) übernachtet. Es standen noch 300km Fahrt auf dem Plan. Und das bedeutete etwa 6 Stunden Autofahrt. Die Küstenstraße ist teilweise sehr gut ausgebaut, aber es gibt kaum Brücken. Das hat zur Konsequenz, bei jeder querenden Straße ist eine Ampel und so muss man immer wieder alle paar Kilometer anhalten. Ein zügiges Fahren ist somit kaum möglich. Ich bin dann mit einer kleinen Verspätung von 20 Minuten (also nach türkischen Regeln pünktlich!) beim Autovermieter angekommen und die Rückgabe verlief ohne Probleme. Dann sprang ich in die Straßenbahn und fuhr damit ins Zentrum von Antalya. Ich besuchte noch einige Sehenswürdigkeiten und die Altstadt, was ich am Tag 1 nicht mehr sehen konnte. Aber leider wieder alles am späten Nachmittag und beim Sonnenuntergang. Ich hoffe, dass euch die Fotos trotzdem gefallen.
Für morgen Früh gab es schon eine ungünstige Nachricht. Ich habe vor Tagen eine Email erhalten, dass mein Flug von Antalya nach Friedrichshafen gestrichen wurde. Jetzt geht es 15 Minuten früher los zuerst nach RLG und von dort nach Friedrichshafen. Ich googelte sofort nach dem Flughafencode RLG und staunte nicht schlecht, welchen Umweg ich nehmen muss, damit ich wieder nach Ulm komme.
Ich verabschiede mich bei euch und hoffe es hat euch auch so gut gefallen wie mir! Es war ein schöner Urlaub mit vielen neuen Erlebnissen. Es gab keinerlei Probleme und nur das Wetter war etwas zu kühl.

Bilderserie von Antalya

weiter auf der Reise mit dem Live-Reisebericht Jordanien 2020